Kategorie Privat­theater und Gast­spiel­häuser 2024

Ernst-Barlach-Theater, Güstrow

Performer*innen auf einer Bühne, die mit wenigen Holzstümpfen und einem rot gemusterten Teppich ausgestattet ist. Einige Personen tragen Reifröcke und Stehkragen, andere festliche Gewänder des 19. Jahrhunderts. Die Person im Zentrum ist einfach gekleidet und hat eine rote Narrenkappe auf dem Kopf.
Tyll \\ © Oliver Fantitsch

Die Auszeichnung in der Kategorie „Privattheater und Gastspielhäuser” geht in diesem Jahr – verbunden mit einem Preisgeld von 100.000 Euro – in den hohen Norden der Republik an das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow.

„Wir haben uns sehr über die Auszeichnung gefreut. Sie ist nicht nur eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit, sondern sie ist zugleich ein wichtiges, ermutigendes Signal an alle Gastspieltheater. Zudem sind wir sehr stolz darauf, daß das Güstrower Ernst-Barlach-Theater mit einer fast 200jährigen Tradition, für das sich im Laufe seiner Geschichte viele Menschen eingesetzt haben, dank der Auszeichnung überregional wahrgenommen wird.“

Jurybegründung

Das Ernst-Barlach-Theater steht seit 200 Jahren in Güstrow und ist das älteste erhaltene Bürgertheater Mecklenburg-Vorpommerns. Heute wirkt es als Gastspielhaus in einer strukturschwachen Region mit politischen Herausforderungen durch eigene kulturelle Alternativangebote und überzeugt durch die Balance im Programm zwischen Tradition und zeitgenössischer Ausrichtung. Durch eine bemerkenswerte Bandbreite von klassischen Schauspielproduktionen (in hoch- und niederdeutscher Sprache), über Kinder- und Jugendtheater bis hin zu Ballett, Kabarett und Sinfoniekonzerten erreicht das Theater eine hohe Besucher*innenzahl quer durch alle Gesellschaftsgruppen. Die neu initiierte Öffnung des Programms für performative Ansätze und in die Freie Szene hinein durch Kooperationsprojekte im Bereich zeitgenössischer Zirkus und Tanz überzeugte die Jury dabei ganz besonders. Mit umfangreichen partizipativen Begegnungs- und Bildungsangeboten, wie Künstler*innengespräche zur Vermittlung von unterschiedlichen Arbeitsweisen und Regiehandschriften, Probenbesuche, Theaterführungen, Workshops für Kinder und Jugendliche und Fortbildungen für Lehrer*innen schafft das Theater eine beispielhafte Verankerung des Hauses in der ganzen Stadt und Region. Hier wird die Basis gelegt für ein kreatives Miteinander, hier werden Sinne geschärft, demokratische Strukturen gelernt und respektvoller Umgang geübt. Das Ernst-Barlach-Theater setzt dabei mit seiner Arbeit ein mutiges Zeichen für kulturelle Teilhabe, Toleranz und Bildung und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft durch die Förderung eines offenen, aufgeklärten Dialogs. Und erhält dafür die Auszeichnung des Theaterpreises des Bundes 2024 in der Kategorie Privattheater & Gastspielhäuser.

Introducing

Magazin

  • Ein eingeschossiges, hell verputztes Theatergebäude mit hohen Sprossenfenstern unter blauem Himmel.
    \\ Interview, TPB 2024

    Was Güstrow bewegt

    2024 war das Ernst-Barlach-Theater Güstrow eines der Gewinner des Theaterpreises des Bundes. Jetzt sprechen die Intendantin Johanna Sandberg und die Theaterpädagogin Jazz Brantsch mit Christine Wahl darüber, was sich seither verändert hat und wie das Preisgeld investiert wurde.

  • Performer*innen auf einer Bühne, die mit wenigen Holzstümpfen und einem rot gemusterten Teppich ausgestattet ist. Einige Personen tragen Reifröcke und Stehkragen, andere festliche Gewänder des 19. Jahrhunderts. Die Person im Zentrum ist einfach gekleidet und hat eine rote Narrenkappe auf dem Kopf.
    \\ Interview, TPB 2024

    Ein Königreich für einen Theaterstuhl

    Die Intendantin des Ernst-Barlach-Theaters Güstrow Johanna Sandberg im Gespräch mit Christine Wahl über das Engagement der Bürger*innen von Güstrow für ihr 200 Jahre altes Theater.

  • Titelbild der Videovorstellung der Preisträger*innen 2024: Verlaufsfläche mit den Schriftfragmenten „Theaterpreis des Bundes 2024“.
    \\ Allgemein, TPB 2024

    Preisträger*innen stehen fest

    Der Theaterpreis des Bundes 2024 geht an die Schwankhalle in Bremen. Mit den Auszeichnungen werden das Ernst-Barlach-Theater, FELD Theater für junges Publikum und das Hessische Landestheater Marburg geehrt. Der Tabori Preis 2024 wird an Joana Tischkau verliehen.

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